Kloster Cismar

Diether Kressel – Bin im Garten

Das Lebenswerk des Hamburger Künstlers Diether Kressel (1925 – 2015) steht im Mittelpunkt des diesjährigen Ausstellungssommers in Kloster Cismar. Bis 30. Oktober werden unter dem Titel „Bin im Garten“ rund 100 Gemälde, Zeichnungen und Graphiken in beiden Etagen der barocken Ausstellungsräume des Klosters gezeigt.

In der Ausstellung spannt sich der Bogen von den buchstäblichen Gartenbildern um Gewächshaus, Rasenmäher und Blumensträußen auch in das übrige Werk des Künstlers, das von Vergänglichkeit, Jazz und Erotik in nostalgischem Kontext geprägt ist. Der gärtnerische Blick auf die durch und durch humorvolle Kunst Kressels lohnt ganz besonders. Wer den Künstler kannte, weiß um seinen Witz und Hintersinn in vielen seiner Werke.

Der gebürtige Rheinländer Kressel hatte zwar seinen Lebensmittelpunkt für nahezu 80 Jahre in Hamburg - im 14. Stock eines der ersten Hochhäuser am Hamburger Grindel und in verschiedenen Ateliers an seiner Malerei arbeitete. Doch war da auch stets eine Sehnsucht nach der Natur und der Wunsch nach einem Gegenbild zur Großstadt. Diesen Wunsch erfüllte er sich mit dem Erwerb eines Reetdachhauses - auf einem Deich in Schleswig-Holstein in der Nähe von Friedrichstadt. Hier hatte die Familie nicht nur ein Refugium für Ferien und Wochenende gefunden. Es dauerte nicht lange, und der Maler verbrachte den ganzen Sommer in der Landschaft an Eider und Treene.

Diether Kressels Gemälde wurden seit den 1980er Jahren vom Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte erworben, seine Grafik ist in der Sammlung des Museums durch Ankäufe, vor allem aber Schenkungen des Künstlers gut vertreten. Es war nur konsequent, dass er 2013 als Baumkünstler geehrt wurde. Sein feinsinniges Gemälde »Borke«, das sonst im Raum der Baumkünstler in der Norddeutschen Galerie auf der Schlossinsel zu sehen ist, wird nun in Cismar zu neuen Ehren kommen. Denn direkt anknüpfend an diese Thematik zeigt das Museum Gemälde, Zeichnungen und Graphiken des Künstlers, die der Natur verbunden sind – ein farbiges Bouquet an Blumen-, Pflanzen- und Gartendarstellungen.

Die Gedächtnisausstellung zu Ehren des Künstlers, der letztes Jahr verstorben ist und 90 Jahre alt geworden wäre, steht im Zusammenhang mit der Landesgartenschau in Eutin. Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf hat die Kressel-Schau zu einem Kooperationsprojekt mit der Landesgartenschau 2016 in Eutin (28. April – 03. Oktober) gemacht. LGS-Ticketbesitzer erhalten in Cismar freien Eintritt, in den Landesmuseen auf Schloss Gottorf und  im Freilichtmuseum Molfsee erhalten LGS-Besucher bei Vorlage ihrer Eintrittskarte einen Rabatt auf den Eintrittspreis. Im Gegenzug werden auch die Karten der Gottorfer Museen an den Kassen in Eutin entsprechend vergütet.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Sparkassen in Schleswig-Holstein sowie die Stiftungen der Sparkasse Holstein / Kulturstiftung der Sparkasse Ostholstein.

 

Der Katalog zur Ausstellung:

Zu der Ausstellung ist ein Katalog (137 Seiten) mit zahlreichen Abbildungen der Kunstwerke erschienen. Das Buch kostet 10 Euro.
Der Katalog wurde ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Ostseeklinik Grömitz, der Stadt Eutin und der Landesgartenschau Eutin 2016 gGmbH sowie dem Tourismus-Service Grömitz.

 

Öffnungszeiten:

Ab 28. April: täglich von 11 bis 18 Uhr