Landesgartenschau Eutin 2016: Erlebbar für alle

Service

Kostenfreier Verleih von Rollstühlen, E-Scootern, Rollatoren und Bollerwagen auf Vorbestellung. Erforderlich sind ein unterschriebener Leihvertrag und eine Kaution von 50 Euro.

Vorbestellungen unter  0 45 21 . 77 83 85

Inklusive Projekte

Zugänglich und erlebbar – das möchte die Landesgartenschau in Eutin als grünes Großereignis für alle ihre Gäste sein.

Daher wurden für die Gartenschau nicht nur barrierefreie Baumaßnahmen umgesetzt, sondern in Zusammenarbeit mit Betroffenen und Experten 11 inklusive Projekte definiert und umgesetzt.

  

Mobilitätshilfen
E-Mobile, Rollstühle und Rollatoren werden durch ein Sach-Sponsoring des Sanitätshauses Klindwort aus Bad Schwartau zur Verfügung gestellt und können kostenfrei am Haupteingang ausgeliehen werden.

 

Führungen in Gebärdensprache
Tandem-Führungen in Gebärdensprache: ein LGS-Gästeführer wird zusammen mit einem Gebärdendolmetscher höreingeschränkte bzw. gehörlose Besucher über das Gelände führen.

Termine:

Mittwoch, 31.8.2016, 14.30 Uhr, Stadteingang LGS, 3€

Sonntag, 4.9.2016, 11.30 Uhr, Haupteingang LGS, 3€

Mittwoch, 7.9.2016, 14.30 Uhr, Stadteingang LGS, 3€

Sonntag, 25.9.2016, 11.30 Uhr, Haupteingang LGS, 3€



Großreliefs (Städtisches Projekt)
Am Bahnhof und an den beiden Eingängen der Landesgartenschau werden Mitte Juli drei Groß-Reliefpläne für seheingeschränkte bzw. blinde Menschen aufgestellt. Diese bilden die Innenstadt Eutins als auch das Gartenschaugelände mit Wegen und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Gebäuden ab, die ertastbar sind.

 

Audiotaktile Geländepläne
Zehn mobile, audiotaktile Geländepläne können am Haupteingang ausgeliehen werden. Diese machen das Gelände der Landesgartenschau Eutin für seheingeschränkte bzw. blinde Menschen orientier- und erlebbar. Reliefs können abgetastet und Audiodateien mit Informationen zu bestimmten Sehenswürdigkeiten per Knopfdruck abgespielt werden.

 

Videos in Gebärdensprache
Die Landesgartenschau Eutin 2016 präsentiert auf ihrer Website und auf facebook ein informationsorientiertes Servicevideo sowie ein Imagevideo - inklusiv in alle Richtungen in Gebärdensprache, Untertiteln und Lautsprache. Das Servicevideo wird zusätzlich auf Tablets in den Kassenhäusern der Eingänge zum Abspielen vorgehalten.

 

BlindSquare App
Die bereits bestehende BlindSquare App wurde durch GPS-Daten vom Gelände der Landesgartenschau Eutin (Wege, Gastronomie, WCs, Sitzmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten) über die open source-basierte Plattform OpenStreetMap.de ergänzt. Damit werden Besucher mit Seh-Handicap in ihrer selbständigen Mobilität unterstützt.

 

Flyer in Leichter Sprache
Ein Flyer in Leichter Sprache über die Landesgartenschau Eutin ermöglicht den Zugang zu und das Verstehen von Informationen über die Gartenschau und damit gesellschaftliche Teilhabe auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geistigen Einschränkungen.

 

Gebärdensprache bei Veranstaltungen
Ein Teil des Veranstaltungsprogramms wird inklusiv konzipiert: Lesungen, Diskussionsrunden, Workshops, Kochshows sowie Theater- und Musikprogramme sollen in Gebärden übersetzt werden und so für Hörende bzw. Höreingeschränkte gleichermaßen erleb- und erfahrbar sein. Bereits konkret: die offizielle Eröffnungsveranstaltung sowie das Konzert der Nachwuchsband „Jeden Tag Silvester“.

 

„Vielfalt inklusiv“-Thementag
Mit „Vielfalt inklusiv. Gemeinsam auf der Landesgartenschau“ hat sich am 4. Mai 2016 ein ganz besonderes Veranstaltungsformat auf der Landesgartenschau Eutin 2016 vorgestellt: Einen Tag vor dem sogenannten „Europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderung“ wurde mit zahlreichen lokal, regional und landesweit tätigen Akteuren aus den Feldern Inklusion und Barrierefreiheit ein großer Thementag auf der Gartenschau durchgeführt, der jeden Gartenschau-Besucher mit seinen individuellen Stärken und Besonderheiten wahrgenommen hat.

 

Literatur-Projekt mit Sehenden und Nicht-Sehenden
In der inklusiven Schreibwerkstatt bilden Blinde und Sehende ein Team und erarbeiten sich mit ihren unterschiedlichen Wahrnehmungen einen Teil des Eutiner Gartenschau-Geländes. Diese Eindrücke verweben sie zu einem Text über den gewählten Ort – die unterschiedliche Ortserkundung wird in der Verbindung zum Kern einer gemeinsamen Kurzgeschichte, zudem findet ein intensives Kennenlernen und Verstehen der anderen Person mit ihren Eindrücken und Empfindungen statt.

 

Hildegard von Bingen-Garten
Unterfahrbare, barrierefreie Hochbeete sowie deren typische Bepflanzung machen den Hildegard von Bingen-Garten im Küchengarten zu einem inklusiven und sensorischen Erlebnis auf der Landesgartenschau Eutin: Würzkräuter oder Duftpflanzen garantieren eine komplexe olfaktorische Wahrnehmung, die unterschiedliche Oberflächenstrukturen der Pflanzenblüten, -blätter und –stiele versprechen ein haptisches Erlebnis.

 

Geländeplan mit Darstellung von Barrieren
Die fünf Areale der Landesgartenschau in Eutin unterscheiden sich nicht nur inhaltlich-thematisch, sondern auch in ihrer Beschaffenheit und Bewegbarkeit. Aus denkmalschutzrechtlichen Gründen konnten die Unwegbarkeiten nicht mit Baumaßnahmen ausgeglichen werden. Um jedoch im Vorfeld darauf aufmerksam machen zu können, wurde ein Geländeplan erstellt, auf dem sowohl Steigungen als auch nicht barrierefreie Zonen verzeichnet sind. Dieser Plan ist großflächig auf Tafeln in den Eingängen der Gartenschau einsehbar.

Service-Schulung

Barrierefreiheit ist immer ein Merkmal für Qualität, Komfort aber auch für Wertschöpfung.

Unter dem Motto „Hinkommen, Reinkommen, Klarkommen“ hat die Stadt Eutin zusammen mit der Lebenshilfe Ostholstein einen Workshop für Servicekräfte der Stadt und der Landesgartenschau angeboten. Ziel war es, über gute und sinnvolle Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen zu informieren sowie Kompetenzen im Umgang mit allen Kunden und Gästen zu stärken.

 

"Inklusion braucht Aktion - in diesem Sinne sind die Aktionen auf der Landesgartenschau Eutin ein wichtiger Beitrag für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Bitte nachmachen!", so Lena Middendorf, Lebenshilfe Ostholstein/Ostholstein erlebbar für alle.

Barrierefreie Baumaßnahmen

Die Bauplanung der temporären Anlagen (LGS) und der auf Dauer angelegten Anlagen (Stadtsanierung) erfolgt grundsätzlich anhand barrierefreier Kriterien.

 

Im Süduferpark gibt es einen stufenlosen Eingangsbereich, so dass alle Besucher gemeinsam den Haupteingang benutzen können. Hier werden auch Parkplätze für Menschen mit Behinderungen sowie ein barrierefreier Busausstieg vorgehalten. Über das gesamte Gelände verteilt sind barrierefreie Toiletten und sanitäre Anlagen in ausreichender Anzahl, ebenso eine barrierefreie Zeltgastronomie.

 

Bei der Neustrukturierung und Erstellung von Wegen und Zugängen wurden entsprechende Breiten, Neigungen, Begradigungen, Befestigungen und Materialien berücksichtigt. Ebenso wie Bodenprofile, Kanten, Schwellen, Stufen und Rampen. Auch auf die entsprechende Beleuchtung sowie die Sicherung von Kabeln und Schläuchen wurde geachtet.

 

Im Süduferpark verläuft der Weg zum See serpentinenartig und ohne Hindernisse, im Seepark wird es einen direkten Zugang zum Großen Eutiner See für alle Besucher geben sowie barrierearme Steganlagen für den Schiffsshuttle.

 

Auch die verschiedenen Gartenanlagen im Ausstellungsbereich sind weitgehend barrierearm, ebenso wie die leicht zugänglichen, generationsübergreifenden Spielgeräte auf dem Gelände der Gartenschau.